Die Chorleiterin

Die aus Kanada stammende Deborah Coombe absolvierte in ihrem Heimatland eine umfassende musikalische Ausbildung. Sie studierte die Fächer Klavier, Orgel und Cello und schloss das Studium mit einem Bachelor of Music (Gesang und Orgel) und den Mastern in Teaching (Kreativität) und Education (Lehre) ab. Es folgten Stipendien für Orchesterdirigat (Ontario Arts Council) und Chordirigat (Canada Council). Vor ihrer Zeit in Europa war sie fünf Jahre lang als Lehrerin an der MacKenzie Highschool in Toronto tätig und arbeitete am Alberta College.

Von 1988 bis 2016 war sie dann Chordirektorin am Theater Lüneburg. In der Musikschule Lüneburg hat sie Kinder- und Jugendchöre geleitet, die gelegentlich auch in Konzerten und Aufführungen des Stadttheaters mitwirkten.

Im Jahr 1993 übernahm Debora Coombe die Leitung des Bachchores. Ihr Interesse gilt vor allem dem, was abseits ausgetretener Pfade liegt – von selten aufgeführten Werken der klassischen Chormusik bis hin zu frischen Jazz-, Folk- und Pop-Arrangements, die sie von einem alle zwei Jahre stattfindenden Komponisten-Workshop im italienischen Aosta mitbringt. Viele Anregungen bekommt sie außerdem auch bei Konzerten, zum Beispiel vom NDR Chor.

Bei der Planung eines BachChor-Konzertes spürt sie zwischen diesen Impulsen einen „roten Faden“ auf und so wird jedes Konzert zu einer spannenden Mischung von Chor- und Orchesterstücken mit persönlicher Handschrift. So bestand beispielsweise das Konzert „In Paradisum" des BachChores im November 2018 aus zeitgenössischen Werken (John Taveners „The Protecting Veil“) und zwei Barockpsalmen, die durch eine gemeinsame Innigkeit erstaunlich gut zusammenpassten.

Darüber hinaus arbeitet Deborah Coombe in verschiedenen Musikprojekten musikalisch mit und engagiert sich in der Musikschule und in zahlreichen Ausschüssen.

Der Chor

Offenheit für alle musikali- schen Stilrichtungen von der Alten bis zur Neuen Musik, vom Barock bis zum Jazz - diese Vielseitigkeit ist eines der Merkmale des BachChors Lüneburg. Seit über 25 Jahren prägt und führt Deborah Coombe (nach den Chorleitern Fechner, Ollivant, Schulz) ihn nach diesem Motto.

In einem Frühjahrskonzert zeigt der Bachchor jährlich sein Können in einem spannenden Aufeinandertreffen verschiedener Musikrichtungen und -epochen:

  • Monteverdi meets zeitgenössische Polarlichtkompositionen Ola Gjeilos
  • Debussy meets Shakespeare in einer finnischen Interpretation Jaako Mäntyjärvis
  • die deutsche Uraufführung Golijovs argentinischer Kantate Oceana wird verbunden mit südamerikanischer Folklore.

Und immer findet sich eine Brücke, die diese Werke im Konzert miteinander verbindet: Themen, Sphären, Klangräume, Skalen. In der Abfolge entspannt sich ein reizvoller Bogen, der allen Sängern- und Sängerinnen große Freude macht.

Das Herbst/Winterkonzert des Bachchores um die Advents-zeit bildet einen Gegenpol und ergänzt gleichzeitig das Spektrum unseres Chorgesangs um den spirituellen und imposanten Klang alter Kirchenmusik. Ob italienischer und französischer Barock, Gregorianik oder Wiener Klassik - die Vielfalt zeigt sich im Spiel leiser Töne und einer Stimmgewalt bis zu zehn Chorstimmen. Aber auch hier passen gelegentlich wunderbare Kompositionen der Gegenwart wie zum Beispiel von Arvo Pärt und laden ein zu geistlichem Innehalten.

Zu weiteren Aufführungen finden sich im Laufe des Jahres einige Bachchorsänger und -sängerinnen zusammen: als Beispiel wären die Musik zur Marktzeit, der Tag des Denkmals und ein Kantatengottesdienst fester Bestandteil des Chorgeschehens.

Der gesamte Chor findet sich außerdem mehrmals im Jahr zu Probenwochenenden, Chorreisen oder anderen gemeinschafts-fördernden Treffen zusammen.