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Deborah Coombe

Die Chorleiterin

Die aus Kanada stammende Deborah Coombe absolvierte in ihrem Heimatland eine umfassende musikalische Ausbildung. Am "Toronto Conservatory of Music" erwarb sie ein Diplom in den Fächern Klavier, Orgel und Cello. Darüber hinaus schloss sie weitere Studien mit den Titeln "Bachelor of Music" (Gesang und Orgel), "Master of Arts in Teaching" (Kreativität) und "Bachelor of Education" ab. Deborah Coombe erhielt ein zweijähriges Stipendium für Orchester-dirigat (vom Ontario Arts Council) und Chordirigat (vom Canada Council).

Vor ihrer Zeit in Europa war sie fünf Jahre lang als Lehrerin an der MacKenzie Highschool in Toronto tätig und arbeitete als Chordirigentin am Alberta College. Von 1988 bis 2016 war sie Chordirektorin am Theater Lüneburg.

"Cantus" in der Nikolai-Kirche, 2013

Jeden Montag kann man Deborah Coombe zudem in der Musikschule bei der Arbeit mit dem Kinderchor und dem Jugendchor finden, die neben Auftritten in Konzerten gelegentlich auch bei Theateraufführungen mitwirken (z.B. "Max und Moritz", 2014).

Im Jahr 1993 übernahm Deborah Coombe die Leitung des BachChors Lüneburg. Ihr Interesse gilt vor allem dem, was abseits ausgetretener Pfade liegt - von selten aufgeführten Werken der klassischen Chormusik (z.B. Händels "Alexanderfest" oder Monteverdis "Marienvesper") über zeitgenössische Komponisten wie James MacMillan ("In splendoribus sanctorum"), Peteris Vasks ("Dona nobis pacem") oder Morten Lauridsen ("Lux Aeterna") bis hin zu frischen Jazz-, Folk- und Pop-Arrangements, die sie von einem alle zwei Jahre stattfindenen Komponisten-Workshop im italienischen Aosta mitbringt.

BachChor Lüneburg, 2015

Der Chor

Offenheit für alle musikalischen Stilrichtungen von der Alten bis zur Neuen Musik, vom Barock bis zum Jazz - diese Vielseitigkeit ist eines der hervorstechendsten Merkmale des BachChors Lüneburg.

1976 als Kammerchor entstanden, machte er sich unter der Leitung von Winfried Fechner mit der Aufführung von Werken wie "L'Orfeo" (Monteverdi), "Julius Cäsar" (Händel) und "Petite Messe Solennelle" (Rossini) rasch einen Namen in der Lüneburger Region.

Andrew Ollivant, seinerzeit Chordirigent am Theater Lüneburg, leitete den Chor von 1981 bis 1983. Anschließend übernahm Detlef Schult für 10 Jahre das Dirigat. In dieser Zeit fanden regelmäßige Chorreisen nach Frankreich und England statt, und es gab Konzerte z.B. mit dem Londoner Hilliard-Ensemble. Dabei kamen häufig Barock-Orchester zum Einsatz, und die Stäcke wurden in der Originalsprache gesungen, wie es bis heute im Chor üblich ist. Mit der "Misa Criolla" des argentinischen Komponisten Ariel Ramirez stellte der Chor 1992 erstmals eine Verbindung zwischen Bach und Jazzmusik her.

Jenkins-Requiem in der Nikolai-Kirche, 2007

Unter Deborah Coombe bekam dieses Aufeinandertreffen verschiedener Musik- richtungen und -epochen seither noch mehr Raum: Zur Aufführung kamen 1994 die von kongolesischen Rhythmen und Melodien geprägte "Missa Luba", 2004 die "Messe für unsere Zeit" zusammen mit der Bigband Blechschaden und 2007 das "Requiem" von Karl Jenkins, in dem die westliche auf die östliche Kultur trifft. 2008 wurde die "Missa Gaia" des amerikanischen Jazzmusikers Paul Winter dargeboten.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit des Chors ist zeitgenössische Musik: 2005 wurde der "Sonnengesang" von Sofia Gubaidulina aufgeführt. 2009 stellte der BachChor Werke von Bo Holten und Malcolm Forsyth vor, seit 2010 auch Werke von Eric Whitacre (u.a. "Leonardo Dreams of His Flying Machine"). Es folgten Arvo Pärts "Te Deum" 2013 und "The Passing of the Year" von Jonathan Dove 2014. Als Uraufführung wurde 2017 „Oceana“ von Osvaldo Golijov präsentiert.

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